Faszination Border Collie

Hallo da draußen …

heute darf ich mal die Tasten bewegen und Euch berichten, wie mein Wochenende so war und was man als Hütehund so alles hüten soll.

Lämmchen gerade 3 Tage alt
In erster Linie, ist es schon nicht ganz so einfach bei drei Hunden im Haushalt, derjenige zu sein, der mit dem Frauli zum Abenteuer Schafe mitdarf.
Lieb schauen und vielleicht ein wenig Extremwedeln reicht manchmal nicht aus. Gestern schon … wenn so gewisse Sachen in Richtung Haustür getragen werden und dann auch noch die gammeligen Schuhe, die ihren Parkplatz vor der Tür haben, weil sie einen leichten bis penetranten Schafsgeruch verströmen, muss es wohl wieder so weit sein, dass es zum Training an die Pulloverschweine geht.

Dann wird es eng an der Eingangstür, da auch Gayle und Nick immer gern mitwollen. Ok es gibt Tage, da dürfen wir alle mit, gestern war es nur ICH.
Ab in die Hundekutsche und auf gings.
Eben noch schnell ein anderes Auto abgeholt und ab zur Weide. Das ist leider nicht wie zum Hundeplatz fahren, immer der selbe Weg und man weiss schon ab Kurve XY gleich sind wir da… nein nein … bei uns ist es so, das die Schafe immer wieder neue Plätze haben, um sich satt zu futtern.
Hört man aber das liebevolle Mähen … im Sinne von Schafarkustik und ihre Laute um sich bemerkbar zu machen… bin ich mir sicher, es gibt Arbeit. Wie die dann aussieht, das ist immer eine Überraschung.

Gestern also war die größe Überraschung, das hohe Gras und das man wirklich auf Geruch und Gehört achten muss, Sehen ist an manchen Tagen echt Glückssache. Außer man ist so nah an ihnen dran, dass sie sich einer Beschleunigung hingeben was einer Kettenreaktion gleichend mehrere Folgen hat.
1. Ich stöbere Schafe im Unterholz auf (innerlliche Freude, ich habe sie gefunden)
2. die Schafe fühlen sich bei der Verdauung oder dem Grasen ein wenig gestört und setzen sich in Bewegung, was dann
3. mich dazu verführt mich ebenfalls schneller in Bewegung zu versetzen, denn sie sollen ja zu Frauli, die sich ausserhalb des „Dschungels“ befindet und sich keinen Fingernagel abbrechen soll.
Das wiederum führt dazu, das
4. viele Schafe sich bedrängt fühlen und ich sie in Windeseile umkreisen muss, damit sie endlich zum Stehen kommen.

Habe ich das geschafft, ist das Frauli zufrieden und setzt sich ihrerseits in Bewegung und zwar dahin, wo die Schafe samt mir hinsollen. Nun ist es theoretisch meine Aufgabe die Gruppe an Grasverwertern einfach zusammen zu halten und gemächlich weiter voran zu bringen. So der Plan, aber … es gibt überall ein aber, finden es vor allem 4-5 Monate alte Lämmer für witzig, einfach beim Grasen zu vergessen zu laufen und bleiben zurück. Dumm denn nun muss ich wieder mehr Sport machen und sie höfflich fragen, ob sie denn nicht zu Mama, Tante und Co. möchten. Das kann dann schon wieder zu Punkt 2 führen und der Spass beginnt von vorn.

Frauli war gestern mit meiner Arbeit sehr zufrieden, denn ich habe ihr das gezeigt, was ich Wochen vorher nicht unbedingt wollte. Ich kann nämlich komplett hinter die Herde laufen und alle zuammen holen und nicht aus einer Gruppe drei machen. Auch bin ich gestern – wie im Bilderbuch- nach meiner Arbeit im Gras liegen geblieben und habe auf sie gewartet. Als das erlösende Kommando kam, war es leider nicht, geh und hol sie noch einmal sondern Feierabend. Ok … es war warm, die Schafe waren fleissig, ich auch … dann eben Pause.
Frauli und ich bekamen, dann die ehrenvolle Aufgabe ein Teil des Zaunes zu bewachen, damit die lieben Wolltiere nicht einen Weg nehmen, der eher den Wanderern der Werse zuteil wird.

Kumpel Logan war nun an der Reihe und durfte die Schafe wieder auf den Teil der Weide bringen, wo weitere Hüteteams üben wollten.
Gesagt getan und ich nutzte die Gunst der Stunde und habe mich am Wasser der Schafe ein wenig bedient. Haben sie bestimmt nicht gemerkt. Dann war erst einmal Pause für mich und Kumpel Logan, während die anderen Border Collies unsere Herde kennen lernen durften.
Sie kannten schon Schafe und haben auch ihre eigenen Herden aber die sind wohl etwas kleiner und daher war es für die Besucher eine neue Herausforderung.

Angefangen von einem Herren, der sich erst einmal einen Überblick verschafft hat, wie unsere Herde sich so verhält und wieviel man mit ihnen machen kann. Er war sehr freundlich und hat unsere Damen und Kinder als auch Mister Bock friedlich von Punkt A nach Punkt B begleitet und man merkte sofort, er hatte Spass und zwar richtig.
Eigentlich sollt der junge Mann ein wenig eher Pause machen, also nicht nur er auch die Schafe, aber vor Freude war eine Runde mehr drin.
Im Anschluss gab es dann ein Komplettbad in der Tränke … ok so geht es auch.

Für eine Besucherhündin wollten wir dann mal die Schafe, der Einfachheit halber, aus dem Unterholz holen, nur läuft nicht immer alles so wie gewollt und die Schafe haben den Schwachpunkt in einem ungeschützen Moment genutzt und besuchten den Wanderweg. Ok kein Problem, holen wir sie wieder und Runde zwei für Besucherhündin konnte starten.
Auch diese Dame hat eher eine kleine Herde im Training und das Gebiet scheint ohne hohes Gras gewesen zu sein. Es war schwierig für sie aber auch sie hat die Schafe bewegt und einige Runden mit ihnen gedreht. Respekt den Hunden, die so viele neue Eindrücke verarbeitet haben.
Schliesslich hatte diese Herde Wochenende und wir sind zu einer Herde umgezogen, die ihrerseites auch ein neues Weidegebiet benötigten. Neues Spiel neues Glück??? Ne ich hatte einen Spezialplatz im Kofferraum mit Bombensicht auf die Herde aber leider nur als Zuschauer. Hundedame Luna nahm sich der Herde an, die nun seit mehr als 2 Wochen ohne Hundekontakt war. Anfängliche Schwierigkeiten waren vergessen, als sie die Herde kontrolliert über die mit Disteln übersehte Wiede trieb. Super und Pfote hoch für diese Leistung. Dann hiess es langsam aber sicher die Herde für den Umtreib fertig zu machen. Die kleine Rennmaus in braun bündelte die Herde noch einmal und aichte sie auf Kommendes und eigentlich stand dem Umsetzen nun nix mehr im Wege oder doch?

Alle Zweibeiner verschwanden hinter einer Hecke und waren auf unbestimmte Zeit verschollen. Als sie dann doch wieder aufgetaucht sind, hieß es Gatter auf und Herde los mit Rocky. Der Schäfer vorne weg, schliesslich kennt er ja den Weg und die Schafe eigentlich hinterher … eigentlich … ein paar haben den Anschlus verpasst, die Richtung geändert und mit viel Zweibeinpower waren sie bald alle auf dem vorherbestimmten Weg unterwegs auf ein Dschungelgebiet voller Minze und leckerem Gras. Ja so war das und mein Job war es mit Warnweste und Frauli rumzustehen und Stehhüten zu betreiben. Als die Herde an uns vorbei war, machten wir die Nachhut und durften dann durch niedergetretene Brennnesseln laufen. Ja das war was unser Wochenende mit vielen Hunde, Schafen und Disteln.

Achso … Bilder dazu??? Klar …

Alles lieber Euer Ice Bär