Osterfeuer
Die Osterfeuer brannten gestern überall, wo wir auf unserem kleinen Abendausflug gewesen sind.
Der Sonnenuntergang war magisch, als wir uns gestern auf die letzte Runde des Tages begeben haben. Eigentlich war ich eher für Sofa und Auszeit, aber Enola war unruhig. Auch wenn die Dämmerung bereits eingesetzt hatte, ich wollte auch gern noch einmal raus.
Am Horizont schimmerte die Sonne mit letzter Kraft und in der Luft lag der Gruch von verbranntem Holz. Nassem Holz und der Rauch zog überall dahin, wo er es sich ausgesucht hat. Auch an andere Stellen des Himmel stiegen dicke Rauchwolken auf. Etwas magisches und für mich der Beginn eines neuen Jahres, man könnte meinen, mein Silvester.
Enola und Indy hüpften aus dem Auto und erkundeten den Weg, den ich für sie ausgesucht hatte. In der Dämmerung gleich doppelt so spannend. Wenn das Licht abnimmt, sollte das Vertrauen in die zwei steigen, denn nach wie vor wohnen wir unglaublich ländlich und das mit Reh und Co. Ein paar Regeln sollten da immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden.
Wie – Rehe sind Freunde, Hasen gehören auf die Wiese, Fasane sind zwar lustige Federknäule und erschrecken gern, gehören aber in Ruhe gelassen – die drei Kollegen treffen wir fast auf jedem Rundgang in der Natur. Gestern Abend jedoch nicht, keiner hat sich blicken lassen und so schlenderten wir die Straße entlang, mit Raucharoma in unseren Nasen.
Viel ist in den letzten Wochen nicht passiert und ganz ehrlich, dass ich auch gut so. In meinen Pausen zwischen Urne und Auftragsportrait bin ich nur zu gern mit ihnen unterwegs. Egal ob die Runden XXL sind oder sich auf das Nötigste beschränken, Hauptsache Kopf aus und Natur an. Nicht mehr lange und die Brut und Setzzeit ist bei uns auf Tagesprogramm. Wobei der Beginn immer mehr ins Schwanken gerät, ich bin mir nicht mehr so sicher, wann und wielange inzwischen diese Ruhezeit geht.
Imgrunde genommen ist ein wenig gegenseitige Rücksichtsnahme im ganzen Jahr nicht weniger sinnvoll. So sehe ich grundsätzlich zu, dass die zwei keinen Wildtieren auf den Pelz oder die Feder gehen und sich an meine Gesetze halten, dann haben sie auch einen gewissen Freiraum. Es liegt doch an mir, welchen Weg wir beschreiten und ob der ausgerechnet über Weideflächen gehen muss. Wenn ich dann andere Hundeteams beobachte, wird mir wahlweise etwas mulmig.
Border Collie sieht nach Border Collie aus und dann sind es eben auch wir, die über Felder rennen und Wild aufscheuchen. Eine Aufklärung das wir das nicht waren, will keiner hören. Kann ich nachvollziehen. Drei Monate gehen sicher, wie im Flug vorbei.


