Mensch mit Hund

Immer wieder erwische ich mich dabei wie ich gedankenverloren in meinen Jackentaschen krame auf der Suche nach meinem Schlüssel.
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Ständig habe ich Dinge in den Händen, die ich als Nichthundebesitzer vielleicht niemals in meinen Taschen mit  mir tragen würde.
Da wären Kaka-Beutel, meistens viel zu viele und wenn man einen braucht, ist keiner in der Tasche. Taschentücher, die eigentlich immer zweckentfremdet werden, um irgendwelche Substanzen aus dem Fell der Hunde zu holen, oder sich die Finger sauber zu wischen, wenn man mal in was gegriffen hat, was die Kakatüte eben nicht aufheben wollte. Nase putzen sollte überigens auch gehen, aber das weiss ich nicht so genau, wenn ich mal welche brauche, sind sie chronisch leer. Oder ein kleines Spielzeug to go, falls man der Meinung ist eine Belohung könnte auch ein kleines Spiel sein. Und in der anderen Seite der Jacke diverse Leckerlies, meistens zu viele und die Hunde sind satt nach einer Runde Spaziergang.
Desweiteren eine Zeckenzange, man weiss ja nie wann man eine erfühlt und ob man sie im Gewirr der Haare mal wieder findet. Einen kleinen zierlichen Kamm, wenn die Kletten mal wieder einen Angriff auf das Fell der Hunde unternehmen und zwar an Stellen die echt aua sind.
Eigentlich sollte es das gewesen sein, aber dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass da noch ein Handy fehlt. Nein nicht für Notrufe, wer macht denn so was, für die vielen lustigen Fotos, die man macht und gleich der Welt zeigt oder eben der besten hundeaffinen Freundin. Ein Autoschlüssel oder auch ein Haustürschlüssel, der gern mal zweckentfremdet wird, wenn man ihn als Wurfgeschoss nutzen muss, sollte mal ein aufdringlicher Hund vertrieben werden.
So ausgestattet, kann einem doch echt nichts mehr passieren. Die Jacke wiegt so auch unwesentlich mehr als ein Modell, was nicht den Alltag mit Hunden teilt.
Meistens wünschte ich mir dann mit schicken Schuhen, modisch topaktuelle Jeans und Oberteile, die aus der Vogue entspringen mit den Hunden durch die Stadt zu flankieren an durchhängender Leine, völlig cool und andere Hunde absolut ignorierend.
Jedoch würde das Ding mit der Leine eher aussehen wie Sylvie a la Superwoman dreigeteilt, Ice am Busch vorne weg, Gayle neben mir den Baum erschnüffeln und Nick schnuppernd an einer bis zum Zerreissen gespannter Leine diagonal zu Ice nach hinten verschoben. Meine wunderschöne neue Jeans hätte schnell den modischen Fetzenlook mit Schlitzen an den Knien und am Po. Ich wäre ziemlich genervt und würde mich postwendend auf unsere Wiesen beamen wollen. Die Realität ist dann eher, alte Gammeljeans, dreckige Boots mit viel Lehm unter den Sohlen und entspannte Hunde ohne Leine dafür bis in die Achselhöhlen voller Erde, Lehm oder auch mal Brackwasser aus dem Graben.
Ok wir sind Landeier und werden es bleiben, in der Stadt werden wir wie unerzogene und völlig überforderte Mehrhundebesitzer komisch angesehen und wahrscheinlich öfter den Rat bekommen, an eine geeignete Hundeschule zu gehen, um Leinenführigkeit und Grundgehorsam zu üben.
Bis wir mal wieder einen dieser Landei in Stadt Ausflüge unternehmen, könnten wir ja einfach mal öfter an der Leine laufen üben…
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Ich liebe das Leben auf dem Land, auch wenn man eben nicht immer aussieht wie aus dem Ei gepellt.

In diesem Sinne… bis die Tage