Man ist das früh…

Ja ja … jedes Mal wenn wir Übernachtungsbesuch im Hause haben, haben wir auch immer das Thema morgens aufstehen.
Na klar erzieht man sich seine Geister selber aber mal ehrlich Rhymus ist Rhymus, ob nun Montag oder Sonntag, oder?
In mühevoller Kleinarbeit habe ich es geschafft, dass unser Jungspunt Nick zielgenau gegen 5 Uhr morgens eine seiner Versionen des Weckens an den Tag legt.

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Gut man muss gestehen, wenn man in der arbeitsreichen Woche oft um diese Zeit raus muss, ist es schnell von unserem schlauen Fuchs übernommen, dass man das Frauli auch an Tagen, wo es nicht nötig ist, vielleicht dazu bekommt ebenfalls aufzustehen.
Das hat ganz unterschiedliche Herangehensweisen, aber meist mit dem Ziel, das Frauli aus ihrem – wie habe ich das neulich gelesen – Naherholungsgebiet zu beamen und damit den Besuch im heimischen Garten zu fördern.
Liege ich mit dem Rücken zu unserem Zwerg wird versucht mit Aufdrücken des Kopfes auf meine Madratze mich zu wecken. Hilft das nicht kommen schwerere Geschütze, die Nase. Vorzugsweise werden Körpferregionen gesucht, die nicht mit Decke oder Schlafanzug bedeckt sind und damit einen größeren Effekt erzielen, wenn man sie anschnieft.
Hilft das nichts, wird herzerweichend gejammert. Das Jammer hilft, lernt man bei akuter Flitzkacke, Überkeit also Bröckchenhusten oder Durst. Das Jammern ist immer das Selbe, der Grund wird erst erkennbar, wenn ich wach bin, in Erbrochenen stehe oder sich jemand wie Bolle freuend an der Tür steht. Alles andere ist Ermessenssache und kann auch Hunger, Fertig-Heia oder oder oder sein.
Bin ich erfolgreich geweckt, was nebenbei Gayle viel besser kann. Schwinge ich mich im Halbschlaf und nach erfolgreicher Ortung was es denn seinen könnt, verlasse ich meine Stätte des Warmen und wanke mit ihnen nach unten. Meist sind zwei von dreien gern mit dabei. Je nach Füllstand der Blase und Wetterlage, bleibt unsere Queen Mum gern noch liegen.
Zartes Rufen, damit der Herr des Hauses nicht auch noch wach wird, hilft meist wenig, Napfklappern hingegen sehr. Freudig und putz munter, also mehr wie ich, steht Madam vor mir in Erwartung vom Frühstück – trainiert, ist trainiert. Ich schicke sie trotzdem noch in den Garten und erwarte drei sich gelöste Hunde zurück. Wenn ich schon mal wach und am Futternapf bin, gibt es tatsächlich Frühstück, denn zwei – drei Mal die Woche ja sonst auch, mit dem feinen Unterschied, dass ich mich danach zum Geld verdienen auf den Weg mache.
Die Hund mümmeln und ich mache mich auf den Weg zurück in mein Naherholungsgebiet, kommt unweigerlich an unserem Bad vorbei und merke, das könnte ich nun auch mal eben besuchen.
Zurück im Schlafgemach und freudig nun doch wieder ins Warme zu krabbeln, bemerke ich, dass Gayle, die sonst zu gern unter dem Bett nächtigt, sich nicht das Fussende ausgesucht hat, sondern nun gern kuschelnd mittig auf meinem Bett liegt und sich freut. Ich falte mich um sie herum und bei jedem absichtlich auch ein wenig unsanften Schiebens, kommt von ihr nur ein Stöhnen. Joga-für-Anfänger-gleich liege ich nun zu 70 % unter meiner Decke, aber mindestens Kniescheibe und Fuss haben nichts davon. Jetzt schlafen? Eher nicht. Weitere Versuche es meinem Hund ein wenig ungemühtlicher zu machen, mit dem Hintergedanken unter dem Bett wird nicht so viel gezappelt, schaffe ich es irgendwann mich komplett unter der Decke zu haben. Spätestens dann geht Lady Gayle von allein. Schade jetzt hätte auch ich Zeit zum Kuscheln.
Ich liege nun warm, Schnarchen unter dem Bett, Schlabbern und Schmatzen neben dem Bett und einer der Herren macht ein wenig Frühsport am Bettende und hält mich so bei Laune.
Wer möchte da schon freiwillig auf das Kino verzichten?
Wenn es ein Tag ist an dem ich direkt im Anschluss zu meinem Arbeitgeber fahre, kann es schon mal sein, das ich dem Kindheitswahn erliege und hoffe noch 5 min schlafen zu können, nur noch 5 min. Nein meist klingelt nach meinem Kampf um die Bettdecke mit Gayle (man will den Hund ja eigentlich zum kuscheln da haben, aber doch nicht so) der Wecker und ich muss so wie so aufstehen. Dabei überquere ich das Hoheitsgebiet von Nick, der mich völlig entrüstet anschaut, warum ich ihn denn nun wecke. Vorbei an Ice, der seinen Frühsport auch schon erledigt hat und nun wieder im Körbchen mit einem Auge nach mir schielt, was ich denn wohl nun anstelle. Gayle jedoch muckelt sich laut hörbar unter unserem Bett ein und beginnt Traum 2.0.
Darum stehe ich mit Wonne nach dem Wecken durch meine Fellnasen auf, um mich an meinen freien Tagen gern mit allen erneut in unserem Naherholungsgebiet zum zweiten Nickerchen hinzulegen und zwar alle samt. Glücklich und zufrieden 🙂
Bisher hat es keinen unserer Übernachtungsgäste gestört, denn die meisten schlafen tatsächlich noch.