Border Collies und Fährtenarbeit
Wir haben mit der Fährtenarbeit begonnen, stecken zwar noch völlig in den Kinderschuhen aber ich möchte trotzdem den Werdegang ein festhalten.
Was man dazu braucht sind wenig Dinge, aber am Anfang viel Geduld und Ausdauer.
o Einen Markierungsstock für den Abgang
o Leckerlies
o Geschirr mit Leine
o etwas persönliches, das kann vieles sein, ein kleines Holzstückchen, ein paar alte Socken, egal
was, es sollte nur nicht zu bunt und zu gross sein.
Ganz besonders wichtig ist aber, dass diese perönliche Stück nach dem Fährtenleger
(also uns
) riecht.
Jetzt gibt es für den Anfänger verschiedene Methoden, ich wähle die Methode, dass Gayle sieht, was ich mache.
Ein Helfer nimmt den Hund an die Leine und lässt ihn absitzen und einfach beobachten.
Ich mache mich auf den Weg in die Wiese. Wichtig und es sollte einem immer klar sein, das diese Wiesen dem Bauern gehört und er es unter Umständen wenig schön findet, das wir eine Stelle im Rasen platt treten und dann über seine Wiese Leckerchen verteilen. Wenn die Möglichkeit besteht immer vorher erfragen, ob man Fährten darf. Die meisten haben nach vorherigem Fragen nichts dagegen. Selbstverständlich sollten die Hinterlassenschaften des Hundes auch entfernt werden, wenn so etwas passieren sollte. Eigentlich ist es ratsam, dem Hund die Möglichkeit zu geben sich vor dem Fährten zu lösen. Das sorgt für ein entspannten Fährtengang.
Nun aber zurück zum Abgang.
Ich trete ein kleines Dreieck mit der Spitze in die Richtung der Fährte aus. Markiere mit dem Abgangsstock meinen Start auf der linken Seite. In diesem Feld verteile ich zur Spitze hin viele schmackhafte aber nicht zu stark riechende Leckerchen und gehe mit gemässigten Schritten los. In jeden Schritt den ich mache, lege ich eine Belohnung.
Für die ersten Versuche reichen 50 Schritte gerade aus. Ich bin immer leicht schief gelaufen, also am Horizont einen Punkt suchen und darauf zu fährten. Beim 50. Schritt werden wieder mehr Leckerlies verteilt und z.B. der Gegenstand versteckt, der erschnüffelt werden soll. Bei mir war es am Anfang ein Haarband. Sind 50 Schritte getan, läuft man in einem grossen Bogen zum Anfang zurück.
Jetzt kommt der Teil mit der Ausdauer und Geduld, ich nehme meinen Border Collie an die kurze Leine und gehe zum Abgangsfeld. Mit einem Befehl, bei uns "sniff, betreten wir das Feld. Gayle ist gleich voll bei der Sache, denn nun darf sie die Leckerlie in diesem Feld erschnüffeln und sich belohnen. Ich halte sie aber zurück bis alle aus diesem Feld entfernt sind. Sie soll den Geruch meiner Fährte aus diesem Feld verinnerlichen und danach suchen gehen. Das ist später der Zweck hinter der Aktion, jetzt soll sie erst einmal nach den Leckerlie suchen und dabei den Geruch von meinen Schuhen mit dem zertretenen Gras und den vielleicht dabei verstorbenen Kleinstlebewesen. Das ist schliesslich die Fährte, oder auch Dunstglocke, die sich über jeden Schritt legt.
Hat sie das Abgangsfeld komplett erschnüffelt und leer gefuttert, gehe ich langsam aber die Richtung beibehaltend meine 50 Schritte ab. Hierbei setzte ich mit meiner Hand ein Stop wo das Leckerlie sich befindet. Gayle soll nicht losstürmen und alles in sich hineinsaugen, sie soll schnüffeln und an meiner Hand erkennen wo erstmal Stop ist. Im langsamen Tempo schreiten wir jeden Schritt ab und sie darf erst weiter wenn die Nase den Fussabdruck erschnüffelt hat und der Kopf nicht in eine andere Richtung gedreht wird.
Wichtig ist langsam und gründlich, und auch nur die Spur, die von mir präperiert wurde. Am Ende der Fährte wartet eine grosse Leckerlieüberraschung und die Fährte ist damit beendet. Jetzt sollte man dem Border Collie auch nicht mehr die Chance geben und zurück zu schnüffel, nach dem Motto vielleicht habe ich was überschnüffelt. Wieder einen grossen Bogen zurück zum Abgang und den Stock wieder einsammeln. Diese Art der Arbeit verlangt nicht nur uns viel ab, auch dem Hund. Nach einer Fährte von 15 min ist es durchaus üblich eine längere Pause einzulegen (4 Std) bevor am mit einer neuen startet.
Man kann den Anfang des Fährten wirklich unterschiedlich gestalten und schwieriger wird es natürlich, wenn der Hund nicht sieht, wo die Fährte gelegt wurde und wielang sie ist.
Das sind alles Sachen, die nach und nach bei uns abgebaut werden. Man kann aber auch gleich ohne Sichtkontakt arbeiten, nur muss man dem Hund verständlich machen, was man von ihm verlangt. Die Übung macht auch hier den Meister. Also werden wir mit Gayle üben, üben und nochmals üben.
Wir werden es so machen, dass die Gegenstände, die später im Freigelände auf der Fährte angezeigt (verwiesen) werden müssen, getrennt geübt haben. Ein altes paar Socken sucht Gayle seither mit Leidenschaft. Diese Socken trage kurz vorher in meiner Hosentasche mit mir, damit sie meinen Geruch annehmen.
Viel Spass haben wir jetzt schon bei der Fährtensrbeit und ich bin gespannt wie Gayle und ich uns machen.
Ich habe noch einen Nachtrag und ein PDF wird folgen, denn ich habe auch berichtet bekommen, dass man ein Fährtenlogbuch führen kann, um Fehler ausbessern zu können.
Thomas hat sich die Mühe gemacht und mir ein Fährtenlogbuch erstellt. Hierbei geht es darum, zu notieren (ähnlich wie beim Tauchen) die Witterungsverhältnisse oder auch die Schritte festzuhalten. So kann ich nachlesen, was ich wann und wie mit ihr gemacht habe und ob es auch geklappt hat. Ist zwar ein wenig Aufwand aber wenn ich dadurch meine eigenen Fehler besser ausmerzen kann, super.