Der Border Collie
you never walk alone
Erziehung von Border Collies

Knigge für Border Collie Erziehung


Welpen die richtigen Benimmregeln beizubringen, erfordert viel Geduld und Ruhe. Wiederholungen mit stetig gleichbleibenden Vokalbeln ist das A und O. Denn eigentlich arbeitet man zu aller erst an der Kommunikation zwischen Halter und Hund. Wir verstehen auch nicht auf Anhieb chinesisch und wissen was von uns gewollt wird. Haben wir aber einmal den Sinn der Wörter entdeckt, fällt es uns auch leichter zu reagieren. Also sollte man nicht allzu schnell die Flinte ins Korn werfen.

Sitz:
Wohl das erste Komandowort was einem Welpen beigebracht wird. Zum einen kann man den Hund überschwänglich verbal belohnen oder mit Leckerli, wenn er sich gerade von allein gesetzt hat, aber - und das ist entscheidend - 1-2 sec. nachdem der Welpe das gewünschte Verhalten zeigt. Sonst ist es zu spät und der Welpe weiss nicht, warum wurde ich belohnt.
Alternative II direkt mit Leckerli arbeiten. Ein besonders bevorzugtes Leckerli über die Nase halten und dabei leicht nach hinten (in Richtung Rücken) ziehen. Senkt sich der Po zu Boden sofort "Sitz" sagen und Leckerli im Maul verschwinden lassen. So werden Verbindungen geknüpft, die in etwa sagen: Sitz und Po am Boden ->ich bekomm was Leckeres, mach ich wohl öfter. !!! Aber es sei zu bedenken, das die Welpen auch mal ohne Leckerli nur mit Worten Belohnung finden, denn sonst wird immer ein Leckerchen verlangt und oder die Welpen werden zu füllig !!!

Platz:
Auch hier eignet sich die Variante "Bestechung" = Leckerchen. Ein Leckerchen zwischen die Finger nehmen und zum Boden führen, idealerweise in unmittelbarer Nähe der Nase. Diese wird dem Duft des Leckerchens folgen und wenn der Welpe sich bereits in Sitz befunden hat, wird er mit dem Oberkörper folgen und wir haben das Gewünschte Platz!!! Auch hier 1-2 sec. mehr Zeit bleibt nicht, um zu loben und zu belohnen.

Bleib:
Wenn man Platz übt, ist es einfach ein zweites Leckerchen in der Hand zu behalten. Wiederholt man "Bleib" (z.B. mit Handzeichen) und der Welpe verharrt, ist das zweite Leckerchen schon zur Stelle und wie bei allen übungen macht die Wiederholung den Erfolg.Diese übung ist aber noch ausbaufähig. Denn das Bleib soll auch über längere Strecken eingehalten werden und vielleicht noch mit einem Sichtzeichen verbunden sein. Also kommt zum gesprochenen Wort noch ein Handzeichen, welches immer im Zusammenhang deutlich sichtbar gezeigt wird. Zusätzlich noch ein paar Schritte entfernen und wenn der Welpe sitzen bleibt, wieder überschwänglich loben und oder belohnen. Hierzu kann auch eine Leine verwendet werden, um die Distanze zu erweitern.

Zwicken in die Finger (Beisshemmung)
Wer kennt das nicht. Ein Spiel mit dem kleinen Racker und auf einmal spitzte kleine Zähne im Finger. Eine sehr schmerzhafte Erfahrung, die auch nicht unbestraft bleiben sollte. Die grosse Strafe für einen kleinen spielenden Hund ist, eben genau das Spiel sofort abzubrechen und gegebenenfalls sofort abbrechen. Der Welpe wird weiter spielen wollen und versuchen zu beschwichtigen, bzw. beim nächsten Hautkontakt nicht die Zähne zu verwenden. Auch hier sollte man ein deutliches "AU" nicht unterdrücken, schliesslich ist es auch nicht angenehm. Klar das diese sich entwickelnde Beisshemmung nicht auf Anhieb antrainiert seien wird, aber je öfter das geliebte Spiel deswegen unterbrochen wird, umso weniger tritt es auf.

Komm:
Ein wichtiges Komando und ein schwieriges dazu. Wir üben gerade mit einer 10 Meter Leine und ohne Leine. Ohne Leine üben wir, indem ich jedes Mal wenn Gayle auf mich zu gelaufen kommt (beim Spielen mit ihrem Tau), es deutliches "Komm" ertönt. !!! Es soll sich lohnen zum Herrchen/Frauchen zu kommen !!! (Spielzeug oder Leckerchen) Mit der Leine entferne ich mich und rufe "komm", setzt sie sich von allein in Bewegung, gibt es eine Belohnung sobald sie bei mir ist. Setzt sie sich nicht in Bewegung helfe ich durch Aufwickeln der Leine nach und auch hierbei ertönt "komm". Wie bei den anderen Übungen auch macht die Wiederholung, die richtige Verknüpfung bei den "Lehrlingen".

Bedenke: werden die richtigen Befehle im falschen Zusammenhang gebracht, kann sich das Komando falsch einprägen.
Beispiel: Komm
- ich werfe einen Ball, der Welpe spurtet los, in dem Moment rufe
ich komm -> die Verknüpfung wäre -> wenn ich "komm" höre, soll ich weglaufen.

Ebenso können Freude (Lachen) über Tolpatschigkeit falsch eingeprägt werden. Denn Verhalten das den Besitzer erfreut, wird wieder gezeigt. Auch als erwachsenes Tier, ist es dann immer noch erwünscht?


Die Erziehung eines Welpen ist nicht immer ein Zuckerschlecken. Es gilt viel zu beachten und vor allem Konsequenz an oberste Priorität zu stellen. Ein konsequentes Vorbild wird schneller ernst genommen, als ein unberechenbares. Jedoch vergessen sollte man nie, dass sich ein Welpe nicht von heute auf morgen alle Befehle und Übungen in Perfektion aneignet. Es gibt immer Fortschritte und eben so viele Rückschritte, das sollte man immer bedenken und auch nicht enttäuscht sein.
Den Fehler zu begehen und dem Hund immer die Schuld zu zuschieben, wenn etwas gleich nicht klappt, ist ziemlich unfair. Bedenken sollte man, dass auch bei Hunden der ein oder andere schlechte Tag vorkommt, wo einfach nichts klappen will. Wenn dem so ist, dann greift man am besten auf Übungen zurück, die der Hund mit Sicherheit kennt. Eine Übung sollte nie mit einem Miserfolg beendet werden. Denn das bleibt besser in Erinnerung und wird beim nächsten Mal ungern wiederholt. Ist es aber in positiver Erinnerung ist die Motivation höher es erneut zu versuchen. !
Geduld und Ausdauer verpackt in kleine Übngseinheitensind nicht nur für uns besser verdaubar!
Rolle
Das sind natürlich spielerische Erweiterungen, damit sich unser Hund Leckerchen verdienen kann, ohne Disziplinsübungen zu absolvieren.
Angefanen haben wir Gayle "Hinlegen" beizubringen. Dazu habe ich sie in den Platz geschickt. Hierbei legen sich Welpen gern mit einer Seite des Popos auf den Boden, das ist die perfekte Seite zum hinlegen. Dazu nehme ich dann ein Leckerli und führe vor der Nase das Leckerli auf die Seite in Richtung Boden. Der Hund folgt der Hand und legt sich auf die Seite. Geschafft :o)
Klappt das gut, kann es einen Schritt weiter gehen. Liegt der Hund auf der Seite, wird das Leckerli wieder vor der Nase in einem Halbkreis Richtung Schulter gezogen, der Hund folgt und der Kreis wird beendet. Die Rolle ist geschafft.
Wie gesagt die Rolle ist eine Spielerei. Das Hinlegen jedoch kann man gut benutzten, um den Hund zur Ruhr zu bekommen. Bei Gayle habe ich sie in dieser Übung nie lange so liegen gelassen und nach ein paar Sekunden den Befehl wieder aufegehoben.
Eine Anmerkung noch für diese Übung, sie sollte gernerell nicht nach dem Fressen statt finden. Wie bei allen "grossen" Nahrungsaufnahmen sollte Ruhe angedacht werden. Es kann bei dieser Übung zur Magendrehung kommen.
Fuss gehen
Eine Übung, die jeden Tag nötig ist, um sich im Strassenverkehr unbefangen bewegen zu können. Wer auch weitere Hundesportarten machen möchte, sollte auf das korrekte Laufen am Fuss achten. Einfach kann man es sich machen, in dem man das Fuss gehen an einer Wand übt. So läuft der Hund sicherlich gerade, aber leicht eingeengt.
Auf freiem Feld empfiehlt sich sicherlich die Leckerli Methode. Reichlich Leckerli mitnehmen, den Hund nicht gerade gefüttert haben, dann ist die Aufmerksamkeit höher.
Die Leckerli vor den Bauch halten und nun laufen. Im idealen Fall ist der Hund voll bei der Sache und wird die Hand mit den Leckerli verfolgen und bei Fuss gehen. Ist der Hund durch etwas abgelenkt, reicht es meist das Leckerli direkt vor die Nase zu halten und dann mit einer Bewegung vor den Bauch. Die Aufmerksamkeit des Hundes ist dann da :o) .

Auslastung durch Bewegeung
Um Gayle ein wenig mehr Muskulatur zu verpassen und gleichzeitig mehr Kondention zu bekommen, fahren wir seit ein paar Wochen Fahrrad.
Dazu statte ich sie mit einem Geschirr und einer Leine aus, die gut in der Hand liegt. (keine Schnappleine) Dann kann es auch schon los gehen. Der Hund auf die rechte Seite und langsam anfahren, vielleicht auch einen Befehl zum Fahren (lauf, Rad ...). Spurtet der Hund direkt los, bremse ich sie aus, denn gleich am Anfang auspowern, damit kommt man nicht weit und der Hund ist recht schnell aus der Puste.
Ich stelle mich auf die Geschwindigkeit von Gayle ein, so dass sie auf Beinhöhe neben mir läuft und nicht zurückfällt, aber auch nicht vornweg rennt. Wir haben jetzt schon Asphaltwege getestet, aber auch schon Waldwege.
Meine Erfahrung daraus ist, dass es logischerweise im Wald viel angenehmer zum Laufen ist, aber auch alles interessant riecht und Gayle dazu neigt, lieber zu schnüffeln und weniger zu laufen. Auch trifft man im Wald mehr andere Hunde, die begrüsst werden wollen. Da gehört dann viel Überzeugungsarbeit, dass das Laufen viel schöner ist.
Für warme Tage fährt auch immer ein Napf und eine Flasche Wasser mit, aber das gibt es erst nach einer Pause, nicht sofort. Die erste Tour sollte immer so geplant werden, dass auch schattige Pausenmöglichkeiten da sind. Zum einen kann man dabei sehen, wie fit ist mein Hund und schafft er den geplanten Rest. Zum anderen sollte es Spass machen und nicht im Stress ausarten. Nicht zu viel verlangen am Anfang und falls man sich selber unsicher ist, lieber das Fahrrad schieben und so auf langsame Weise zeigen, dass der Drahtesel keine Gefahr für den Hund wird und eben so wenig für den Fahrer.
Mit Gayle haben wir gewartet bis sie 10 Monate alt ist, um zu beginnen. Das kann rassespezifisch variieren, uns beiden machen die Ausflüge Spass und Gayle ist nach so einem Ausflug ausgelastet aber nicht fertig und stundenlang im Körbchen verschwunden. Wichtig für mich ist es, sie nicht durch so einen Ausflug fertig zu machen, um den Rest des Tages Ruhe zu haben.
Wann beginne ich mit dem Radfahren? Nicht vor dem 9 Monat, eher später.